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Immer mehr Menschen greifen zu sogenannten „Greens“-Pulvern – in der Hoffnung, ihre Mikronährstoffversorgung zu verbessern und ihr allgemeines Wohlbefinden zu stärken. Der Ansatz ist nachvollziehbar: Grüne Pflanzenstoffe aus Brokkoli, Spinat, Weizengras, Grünkohl und ähnlichen Quellen gelten als besonders nährstoffreich. Sie liefern nicht nur Vitamine und Mineralstoffe, sondern auch eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe mit potenziell gesundheitsfördernden Eigenschaften.

In diesem Beitrag erfährst du, was genau hinter dem Begriff „Greens“ steckt, welche Inhaltsstoffe besonders relevant sind – und worauf du bei der Auswahl und Anwendung solcher Produkte achten solltest. Am Ende findest du wie immer alle verwendeten Studien und Quellen zum Nachlesen. Los geht’s!

Was genau versteht man unter „Greens“?

Der Begriff Greens steht im Ernährungsbereich für sogenannte grüne Superfoods – pflanzliche Lebensmittel, die sich einerseits durch ihre grüne Farbe auszeichnen und andererseits aufgrund ihrer hohen Nährstoffdichte und potenziellen Gesundheitswirkungen als besonders wertvoll gelten. Typische Beispiele sind Weizengras, Gerstengras, Brokkoli, Grünkohl oder Spinat. Doch was macht sie so besonders?

Frau betrachtet ein Glas mit grünem Greens-Pulver sowie einen grünen Smoothie aus Zutaten wie Spinat, Brokkoli und Blattgemüse – Symbolbild für Greens-Superfoods und Mikronährstoffe.

Warum Greens gut für dich sein können

Zahlreiche epidemiologische Studien belegen, dass der regelmäßige Verzehr von grünem Gemüse mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Entzündungen, bestimmte Krebsarten und Stoffwechselstörungen einhergeht (Aune et al., 2017; WHO, 2021). Die in Greens enthaltenen Pflanzenstoffe, Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Sie können eine sinnvolle Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung darstellen, insbesondere dann, wenn frisches Gemüse im Alltag zu kurz kommt.

Brokkoli in Kapsel, was ihn als Superfood symbolisiert

Greens enthalten eine Vielzahl wertvoller Pflanzenstoffe, die sie zu einer nährstoffreichen Ergänzung der Ernährung machen. Besonders hervorzuheben sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Carotinoide, die antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen können (Liu, 2004; Crozier et al., 2009).

Ebenfalls typisch ist Chlorophyll, der grüne Pflanzenfarbstoff, dem ebenfalls antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden (Ferruzzi & Blakeslee, 2007). Darüber hinaus liefern viele Greens Ballaststoffe, die eine gesunde Darmflora fördern und die Verdauung unterstützen (Slavin, 2013).

Einige grüne Pflanzen enthalten zudem antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD) und Katalase. Ihre Bedeutung nach dem Verzehr wird derzeit noch wissenschaftlich untersucht. Insgesamt liefern Greens eine Vielzahl bioaktiver Inhaltsstoffe, die eine ausgewogene, pflanzenreiche Ernährung sinnvoll ergänzen können.

Greens können Ernährungsbedingt Lücken sinnvoll schließen:

Greens bieten eine praktische Möglichkeit, die täglich benötigten pflanzlichen Nährstoffe in konzentrierter Form aufzunehmen – auch dann, wenn es mit frischem Gemüse mal nicht klappt. Das Ziel ist dabei nicht, echte Lebensmittel zu ersetzen, sondern eine sinnvolle Ergänzung zu schaffen: für Menschen, die ihre Gesundheit aktiv unterstützen wollen, obwohl ihr Alltag das perfekte Ernährungsprogramm oft nicht zulässt.

Außerdem zeigt sich: Auch in einem ansonsten gesunden Lebensstil sind Mängel bei bestimmten Mikronährstoffen keine Seltenheit. Deshalb hat es sich längst etabliert, gezielt Vitamine und Mineralstoffe zu supplementieren. Deshalb hat es sich etabliert, dass Greens-Pulver zusätzlich mit Vitaminen versetzt werden – denn reine Greens enthalten nicht genügend Vitamine und Mineralien.

Ähnlich verhält es sich beim Thema Darmgesundheit. Greens leiten bereits einen Beitrag für einen gesunden Darm, werden aber noch zusätzlich durch Ballaststoffe und Probiotika ergänzt, um einen ganzheitlichen Ansatz zu schaffen. Sie versorgen den Darm zusätzlich mit Ballaststoffen, probiotischen Kulturen und präbiotischen Pflanzenstoffe. Diese Kombination kann nicht nur die Nährstoffversorgung verbessern, sondern auch die Verdauung, die Darmflora und damit das Immunsystem positiv unterstützen.

Die Frage der Dosierung – zwischen Bedarf und Überversorgung

Weil Greens-Pulver häufig in konzentrierter Form vorliegen und zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe oder Probiotika enthalten, stellt sich eine entscheidende Frage: Wie viel ist eigentlich sinnvoll? Und wo beginnt eine potenzielle Überdosierung?

Genau deshalb sind wissenschaftlich fundierte Referenzwerte wie wichtig. Zu diesen zählen unter anderem:

  • - Recommended Daily Allowance (RDA) beschreibt die empfohlene tägliche Zufuhr eines Nährstoffs, um Mangelzuständen vorzubeugen.
  • - Tolerable Upper Intake Level (UL legt die Obergrenze fest, bei der bei dauerhafter Einnahme keine gesundheitlichen Schäden zu erwarten sind.

Sie geben an, welche Mengen täglich empfohlen werden – und ab wann eine dauerhafte Zufuhr problematisch werden kann.

Literatur

Aune, D., et al. (2017). Vegetable intake and risk of cardiovascular disease. International Journal of Epidemiology, 46(3), 1029–1056. https://doi.org/10.1093/ije/dyw319

Ferruzzi, M. G., & Blakeslee, J. (2007). Digestion, absorption, and metabolism of dietary chlorophyll derivatives. Journal of Nutritional Biochemistry, 18(6), 389–395. https://doi.org/10.1016/j.jnutbio.2006.12.007

Liu, R. H. (2004). Potential synergy of phytochemicals in cancer prevention: Mechanism of action. Journal of Nutrition, 134(12 Suppl), 3479S–3485S. https://doi.org/10.1093/jn/134.12.3479S 

Slavin, J. L. (2013). Fiber and prebiotics: mechanisms and health benefits. Nutrients, 5(4), 1417–1435. https://doi.org/10.3390/nu5041417